Menschen mit Prothese

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Anwender erzählen

Anwender erzählen: Wir stellen Ihnen Menschen vor, die aus ihrem Leben mit Prothese berichten. Sie haben Spannendes zu erzählen – aus dem Alltag mit Prothese, über außergewöhnliche Erfahrungen, kleine persönliche Heldentaten. Es sind Geschichten, die aufzeigen, dass auch nach einer Amputation ein aktives, erfülltes Leben möglich ist.

IM GESPRÄCH MIT THOMAS WEDIG

alle fotos 039 Thomas Wedig

Wie kam es zu Deiner Amputation?
Durch ein Aneurysma in der Kniekehle (erblich bedingt).

Wie alt bist Du, wo wohnst Du?
Ich bin 53 und wohne in Vechta, Niedersachsen.

Was empfindest Du, wenn Du heute an die Amputation denkst?
Erst war eine große Leere im Kopf, damit musste ich erst fertig werden. Habe dann aber sofort nach vorne geschaut und mir die Möglichkeiten im Kopf zurechtgelegt, wie es weitergehen könnte.

Was hat Dir geholfen, die Amputation zu bewältigen?
Der Sport und gute Freunde. Mein Ehrgeiz, dass es immer weitergeht. An sich und an die Technik zu glauben, die heutzutage so viel möglich macht.

Hat sich in Deinem Umfeld viel verändert? Gehen Leute nun anders mit Dir um?
Das Umfeld hat sich nicht verändert, ich genieße Bewunderung und Respekt für meinen Ehrgeiz. Das gibt einem auch einen gewissen Stolz, dass man auf einem guten Wege ist, wo – manchmal auch fremde – Menschen mich anrufen und sich bedanken, dass ich oder ein Bild von mir auf Facebook oder so ihnen Kraft fürs Weitermachen gab!

Gehst Du einem Beruf nach?
Bin seit 20 Jahren als Ergotherapeut tätig. Arbeite mit Autisten, bin nach meiner Krankheit auch wieder voll beschäftigt. Das ist sehr wichtig für einen geregelten Tagesverlauf, so kommt man schnell wieder in sein gewohntes Umfeld, was sehr wichtig für die Psyche bei mir war.alle fotos 037

Du bist auch Sportler, was machst Du so mit Prothese?
Langstreckenlauf, 400-Meter-Läufe mit Tempo, Lauf-ABC, Dehnübungen, alles was man mit zwei Beinen auch so macht! Krafttraining für die Rumpfmuskulatur, die jetzt viel ausgleichen muss, da es sonst schnell zu Beschwerden im Rücken oder der Hüfte kommen kann! Zum Ausgleich gehe ich gerne auch Schwimmen, da dort andere Körperpartien gefordert werden.

Dein Ehrgeiz und Deine Motivation sind toll: was treibt Dich an?
Ich möchte gerne andern Menschen Mut machen. Dass alles möglich ist, wenn man es nur will.

Wie gestaltest Du Deine Freizeit? Bleibt da noch Zeit für ein Hobby?
Mein Hobby ist der Sport!! Es gibt doch nichts Schöneres als einem Hobby nachzugehen, das man aus voller Überzeugung ausüben kann und darf.20160521_120020Beim Prothesencamp

Du stehst wieder Mitten im Leben. Gibt es etwas, dass Du amputierten Menschen mit auf den Weg geben möchtest?
Nichts ist unmöglich. Ich war beispielsweise bei einem Prothesencamp in Thüringen eingeladen. Dort habe ich vielen Läufern das Laufen mit der Lauffeder – dem Flex Run von Össur – gezeigt. Wir waren dort mit ca. 35 Personen für drei Tage zusammen. Ich glaube, jeder ist nach diesen Tagen glücklich und zufrieden wieder in seine Heimat zurückgekehrt. Wir schreiben uns und tauschen uns aus. Manuela Jukiel ist da die Organisatorin, es war gigantisch. Es muss ja nicht immer Laufsport sein! Nordic Walking, Bogenschießen und auch Quad fahren war dort geboten. Toll. Alles ist möglich, wenn man es nur will! Auch mir persönlich geben solche Treffen viel.

Dein persönlicher Geheimtipp oder Trick für Prothesenträgerinnen und Prothesenträger?
Informiert sein! Sich immer sich auf den neuesten Stand der Technik bringen, sich einigermaßen fit halten (Ernährung, Gewicht, Überbeanspruchungen vermeiden wenn es geht). Ganz wichtig ist es, sich auf die Prothese einzulassen und sie zu akzeptieren.

DANKE für das Interview, Thomas!

 

Im Gespräch mit Tim Klinker

RHEO 030_72_dpi Tim Klinker und sein RHEO KNEE 3

Wie ist es zu der Amputation gekommen?
Ich wurde mit 39 Jahren aus gesundheitlichen Gründen amputiert. Von Geburt an litt ich unter einer Gehbehinderung, die mir zunehmend zu schaffen machte. Nachdem die Schmerzen und die Einschränkungen im Alltag unerträglich wurden, entschied ich mich nach intensiven Überlegungen bewusst für eine Amputation des linken Beines.

Was empfinden Sie , wenn Sie an die Amputation denken?
Ich bin glücklich über die Entscheidung. Ich hatte eine Wahl und habe mich gegen die Schmerzen und für mehr Lebensqualität entschieden. Seitdem habe ich nicht mehr zurück geguckt.

Was hat Ihnen geholfen, die Amputation zu bewältigen?
In den Wochen vor der Entscheidung habe ich mich natürlich intensiv mit der Thematik auseinandergesetzt und mit der Verarbeitung begonnen. Ich habe im wahrsten Sinne des Wortes Abschied genommen. Meditation hat mir dabei sehr geholfen.

Hat sich in Ihrem Umfeld viel verändert? – Gehen Leute nun anders mit Ihnen um?
Nein. Alle wussten, dass diese Entscheidung im Raum steht und haben mich unterstützt.

Gehen Sie einem Beruf nach?
Ich arbeite momentan als Bibliothekar und bin glücklich damit. Probleme bei der Arbeit habe ich durch mein Handicap nicht.

Wie gestalten Sie ihre Freizeit?
Ich bin sportlich aktiv, gehe gerne spazieren, wandern und fahre Fahrrad. Außerdem spiele ich Dart im Verein. Meine zweite Leidenschaft ist das Schreiben und Lesen von Texten. Insbesondere philosophische Texte haben es mir angetan.

Gibt es etwas, was Sie amputierten Menschen mit auf den Weg geben möchten?
Auch wenn es einfach klingt und doch sehr schwer fällt: Man muss sich mit der Amputation intensiv auseinandersetzen und die Konfrontation suchen. Danach darf es nur noch eine Blickrichtung geben – nach vorne.

Ihr Geheimtipp oder Trick für Anwender von Prothesen?
Thema Phantomschmerzen: Mir persönlich hat es geholfen, durch Meditation ein viel bewussteres Körpergefühl zu entwickeln und besser in mich hineinhorchen zu können. Häufig habe ich Schmerz auch bewusst zugelassen und mich abgelenkt. Ich bin seit zweieinhalb Jahren amputiert und litt seitdem glücklicherweise nie unter Phantomschmerzen.

Im Gespräch mit TIM KLINKER – 2 JAHRE SPÄTER

Tim Klinker am TV-Set

Hey Tim, wir hatten uns ja vor fast zwei Jahren schon mal zu einem Interview für die Leben-mit-Beinprothese.de Internetseite getroffen – wie geht es Dir seitdem?
Mir geht es echt gut, trotz der Amputation, die ich nicht bereue. Die Entscheidung in meinem speziellen Fall war richtig, da ich meine Lebensqualität so erhalten und sogar steigern konnte.

Welche Highlights gab es denn bei Dir in den letzten 2 Jahren?
Eine Menge (grinst). Ein tolles Erlebnis war für mich, dass ich für Össur als Model das Rheo Knee unter anderem auf der Messe in Leipzig präsentieren und z.B. an Videoclips zum Rheo Knee 3 mitwirken durfte. Insgesamt habe ich viele schöne Erfahrungen mit der Prothese gemacht – ich hab mehr Selbstwertgefühl seitdem, setze mir nun endlich wieder neue Ziele und lebe mein Leben so viel freier.

Warum hast Du mehr Selbstwertgefühl mit Prothese?
Die Prothese selber erzeugt das Gefühl nicht, aber ich hab ein Prothesensystem, das mir vieles bzw. fast alles ermöglicht, und lote auch genau auch diese Möglichkeiten aus. Meine Prothese ist mein zuverlässiges Hilfsmittel. Somit sind wir als Duo einfach stärker und ich befasse mich gerne mit der Technik und der Bewegung und bin der Meinung, das auch ganz gut zu tun. Mittlerweile gehe ich so unauffällig, dass es fast niemanden mehr auffällt, dass ich eine Prothese trage. Die Prothese wurde ein Teil von mir, und seit ich das angenommen habe, geht es richtig bergauf.

Gab es auch Tiefen?
Die letzten 2 Jahre waren richtig gut. Ok, Druckstellen hat jeder mal oder das Gehen ist mal anstrengender wg. Muskelproblemen, aber das kennt ja jeder Amputierte. Man muss aber ganz ehrlich sagen, dass ich in einem Jahr – und das kann man anhand der Rheologic-Software bzw. des Aktivitätsberichts des Rheo Knees 3 auslesen – über eine Million Schritte gemacht habe. Am Tag sind das mehr als ca. 2700 Schritte auf der Prothese…

Welche Versorgung hast Du aktuell?
Ich trage den Pro-Flex XC und das Rheo Knee 3, mit Unity und dem X-TF Liner mit der verstellbaren Dichtlippe.

Bist Du damit zufrieden?
Ich bin echt sehr zufrieden. Die Komponenten sind sehr gut aufeinander abgestimmt und man merkt total, dass alles aus einer „Schmiede“, also von Össur kommt. Das Gehen mit dem Rheo Knee macht einfach echt richtig Spaß!

Beruflich hast Du Dich gegen eine weitere Ausübung der Tätigkeit des Bibliothekars entschieden – wie ist es dazu gekommen und was machst Du nun?
Ich hab meine Ausbildung zum Heilpraktiker für Psychotherapie abgeschlossen und eine Weiterbildung zum Genesungsbegleiter, neudeutsch „expert involvement“ fast abgeschlossen. Bereits jetzt arbeite ich in diesem Beruf, was sich aus Praktika ergeben hat, und betreue gerne Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen auf deren Weg.

Eine ähnliche Prothese wie Du sie trägst ist bei Vox in einer TV-Serie zu sehen, was ich sehr interessant fand.
Tim (grinst und unterbricht mich): Etwa in der Serie „der Club der roten Bänder“? Das war ich!

Wie bitte, das warst Du?
Ja, ich war das! Ich habe den Hauptdarsteller gedoubelt, der in der Serie einen Amputierten spielt, im echten Leben aber 2 Beine hat.

Du warst also Double beim TV? Wie läuft das ab und wie ist das so?
VOX rief mich an, dass sie für die Serie ein Beindouble brauchen – ganz spontan und neugierig wie immer hab ich ja gesagt. So eine Chance bietet sich nur selten und gerade am Set einer TV-Produktion mal mit dabei zu sein, da wollte ich mich mal (grinst) als Schauspieler ausprobieren.

Erzähl mehr vom Set!
In der Serie hatte ich drei interessante und echt anstrengende Drehtage und habe superinteressante und nette Menschen kennengelernt. Irgendwie war ich nicht nur Double, sondern auch Berater, wie man mit einem Bein wieder zurück ins Leben kommt. Das war echt lustig, anstrengend, aber auch super motivierend. Das ist mal was ganz anderes – eine tolle Erfahrung! 

Tim, echt stark, was Du so alles machst. Danke Dir für das Interview!
Sehr gern, hat mir auch Spaß gemacht. Bis in 2 Jahren wieder (lacht).

Im Gespräch mit Chris S.

Wie ist es zu der Amputation gekommen?
Durch einen Motorradunfall, mit 19 Jahren. Mir wurde damals von einem Fahrzeug die Vorfahrt genommen und es gab einen Zusammenstoß mit dem Pkw. Ich wurde sofort medizinisch versorgt, doch das stark gequetschte Bein wurde nicht mehr durchblutet. In der Folge wurde es amputiert.brasil 14 131 Chris S.

Was empfinden Sie , wenn Sie an die Amputation denken?
Verarbeitet. Kommt nichts mehr hoch.

Was hat Ihnen geholfen, die Amputation zu bewältigen?
Nachdem ich die ersten zwei Jahre schwer unter der Amputation gelitten habe und mich jeder Hilfe verweigerte, begann ich nach und nach wieder mehr Lebenslust zu empfinden. Rückblickend war es ein gravierender Fehler, sich in der direkten Phase nach der Amputation nicht psychologisch betreuen zu lassen und auch sonst keine Hilfe anzunehmen. Das würde ich heute anders machen.

Am Ende waren es tatsächlich alltägliche Dinge, kleine Erfolge und die Musik, durch die ich wieder neue Lebenslust schöpfte. Die direkte Rückmeldung des Publikums, wenn ich auf der Bühne stand, tat mir gut. Danach begann ich wieder, mein Leben in die Hand zu nehmen und entwickelte so etwas wie Stolz. Ich war stolz darauf eine Familie zu haben, ein Auto zu fahren und einem Job nachzugehen – und das mit Handicap.

Hat sich in Ihrem Umfeld viel verändert? Gehen Leute nun anders mit Ihnen um?
Ja. Vermeintliche Freunde haben mich nicht einmal in der Klinik besucht. Auch meine Großmutter wagte sich nicht an die Thematik heran. Andersherum sind Menschen vorbei gekommen, mit denen ich nicht gerechnet hätte und zu denen auch heute noch ein intensiver Kontakt besteht. Mit der Zeit normalisierte sich alles.

Gehen Sie einem Beruf nach?
Nach meiner Amputation habe ich zunächst mein Abitur nachgeholt und ein Studium als Maschinenbauer begonnen, was ich jedoch abbrach. Es war mir zu langweilig. (lacht)

Dann habe ich erstmal begonnen mein Leben zu leben. Ich bin viel gereist und habe tolle Erfahrungen gesammelt. Irgendwann entschloss ich mich den Beruf des Orthopädietechnikers zu erlernen, mit der Idee, mich selbst bestmöglich prothetisch versorgen zu können. Leider waren die Prothesen früher nicht mit den hochtechnologisierten Modellen von heute vergleichbar.

Im Moment bin ich selbstständig und nutze jede freie Minute mit meiner Familie.

Wie gestalten Sie ihre Freizeit?
Ich reise viel, bin sportlich aktiv und spiele Musik. Im kommenden Jahr möchte ich mit der Fliegerei beginnen. Ansonsten bedeutet Freizeit: Familie! Ich habe eine Frau, eine Tochter, einen Hund und zwei amputierte Katzen. Wir genießen die Zeit zusammen. Wer hat schon eine Familie mit Ein -, Zwei-, Drei- und Vierbeinern? (lacht)

Sie stehen wieder Mitten im Leben – Gibt es etwas, was Sie amputierten Menschen mit auf den Weg geben möchten?
An dieser Stelle möchte ich das weitergeben, was einst mein Orthopädietechniker zu mir gesagt hat: „Ich bau dir die Prothese. Laufen musst du.“ Das ist für mich tatsächlich so etwas wie ein Credo geworden. Nahezu alles entscheidet sich im Kopf. Wenn du heute etwas schaffen möchtest, kannst du es schaffen. Es ist eine Typfrage!

Ihr Geheimtipp oder Trick für Anwender von Prothesen?
Behandlungsteam. Man braucht gute Orthopädietechniker, gute Physiotherapeuten und eine gute psychologische Betreuung.

Nützliches für Ihren Alltag

Hier finden Sie nützliche Information zum Alltag mit Ihrer Prothese.

Arbeit

Stacey Lifestyle_72_dpiEine prothetische Versorgung bedeutet nicht, dass man nie wieder arbeiten gehen kann. Vielmehr ermöglicht sie es sogar!

Berufsberater der Agentur für Arbeit, die sich auf die berufliche Wiedereingliederung gehandicapter Menschen spezialisiert haben, erleichtern den Wiedereinstieg in die Berufswelt. Häufig ist auch eine Rückkehr in den alten Beruf möglich. Insofern der Beruf, der Mobilitätsgrad und der allgemeine Zustand des Amputierten es zulassen, steht einer Wiederaufnahme der alten Tätigkeit nichts im Weg. Sollte diese Möglichkeit zunächst nicht bestehen, hilft ein Berufsberater bei der Umorientierung und zeigt Ihnen Möglichkeiten, Mittel und Wege auf – für eine Arbeit mit der Sie sich wohlfühlen.

Den Kontakt zur Agentur für Arbeit können sie über das Reha-Team oder den Sozialdienst in Erfahrung bringen.

Sport und Freizeit

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Bei der sportlichen Aktivität ist beinamputierten Menschen grundsätzlich keine Grenze gesetzt. Abhängig vom Zustand und vom Mobilitätsgrad des Anwenders kann aus einem breiten Spektrum von Sportarten gewählt werden – von Aktivitäten mit niedriger Belastung bis hin zu Ausdauer – und Extremsportarten.

Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass sportliche Aktivität, insbesondere nach einer Amputation, essentiell für die Rehabilitation ist. Aktiv sein fördert den Umgang mit der Prothese und beugt gesundheitlichen Problemen vor. Außerdem wird auf diese Weise der Austausch und das Zusammentreffen mit anderen Amputierten und Nicht-Amputierten gefördert.

Als Einsteigersportart empfiehlt sich beispielsweise Nordic Walking. Es ist einfach und überall anwendbar und bietet vor allem unsicheren Anwendern und Anfängern das nötige Maß an Sicherheit, da die Laufstöcke für Halt sorgen.

Auch andere klassische Sportarten wie Fahrradfahren und Schwimmen sind gute Möglichkeiten sich aktiv zu betätigen. Letztere bietet auch weniger belastbaren Anwendern die Chance, etwas für sich und ihre Gesundheit zu tun.

Sportarten mit höherer Intensität und Belastung erfordern in der Regel die Versorgung mit einer Sportprothese. Informationen über die passende Versorgung und die entsprechenden Passteile erhalten Sie im Sanitätshaus-Fachhandel.

BIONIC EXPERT – FACHHANDEL FINDEN!

Ausführliche Informationen über das breit gefächerte Sportangebot für Menschen mit Behinderung finden Sie auf der Seite des Deutschen Behindertensportverbandes unter www.dbs-npc.de

Medizinisches

Phantomschmerzen

Phantomschmerzen stock-photo-19124170-woman-with-artificial-limb-at-doctors-office sind die am häufigsten auftretende Erscheinung nach der Amputation eines Körperteils. Als Phantomschmerz bezeichnet man Schmerzen, die von den Amputierten im Bereich des abgetrennten Körperteils gespürt werden. Häufig berichten Amputierte, die unter Phantomschmerzen leiden, von irritierenden Berührungsgefühlen, Kälte und Wärme-Schüben und Muskelverkrampfungen.

Phantomschmerzen sind nicht mit Stumpfbeschwerden zu verwechseln, die durch den operativen Eingriff und das Abkappen der Nevenbahnen, durch Durchblutungsstörungen oder Hautirritationen entstehen.

Bei Phantomschmerzen handelt es sich um neuronale Prozesse, die im Gehirn entstehen und dafür sorgen, dass der Patient Schmerzen im amputierten Körperteil empfindet.

Die Behandlung von Phantomschermzen – Was hilft? 

Warmes Fußbad – Ein warmes Fußbad des verbliebenen Fußes soll wahre Wunder helfen. Wissenschaftlich nur schwer nachzuvollziehen, sorgt es für eine deutliche Verminderung des Phantomschmerzes.

Tens-Geräte (Reizstrom) – verbessern und vermindern das Schmerzempfinden. Durch die stetige Stimulation der irritierten Nerven werden die Phantomschmerzen beseitigt. Informieren  Sie sich im Sanitätsfachhandel.

Neuromodulation – Ähnlich wie bei den Tens-Geräten wird hier durch stetige elektrische Stimulation der Phantomschmerz beseitigt. Die Neuromodulation wird operativ eingesetzt und stellt eine dauerhafte Lösung zur Bekämpfung der Phantomschmerzen dar.

Medikamentöse Schmerztherapie – Die medikamentöse Behandlung erfolgt durch Mittel, die zur Behandlung von neuropathischen Erkrankungen eingesetzt werden. Ebenso werden je nach Schmerzintensität Opiode und anderen starke Medikamente verwendet. Achtung: Die verwendeten Schmerzmittel haben deutliche Nebenwirkungen. Lassen Sie sich ausführlich von Ihrem Arzt informieren und aufklären.

Meditation – Meditation hilft – wie durch den Anwender Tim Klinker beschrieben, ein besseres Körpergefühl zu entwickeln und den Schmerz fassbarer zu machen. Es ist sicherlich nicht für jeden geeignet und es erfordert viel Empathie, aber es stellt eine weitere Möglichkeit in Aussicht Phantomschmerzen entgegen zu wirken.