Prothesenversorgung

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Meine Versorgung

Nach einer möglichen Früh- und Interimsversorgung steht die endgültige Versorgung mit einer Beinprothese an. Diese sollte optimal an Ihr Profil angepasst sein und Ihren Bedürfnissen entsprechen – Sie müssen sich sicher und wohlfühlen mit Ihrem Hilfsmittel. Einige Sanitätshäuser haben sich auf die Versorgung mit modernen Beinprothesen spezialisiert. Hier beraten geschulte Experten Sie über mögliche Lösungen und bieten ein Probetragen an.                                                                                                                                                                                                     BIONIC EXPERT – SANITÄTSFACHHANDEL

Unterschenkel

Wird das Bein unterhalb des Knies amputiert, spricht man von einer Unterschenkelamputation. Die Funktionen des Kniegelenkes bleiben vollständig erhalten. In diesem Fall ist eine Prothesenversorgung notwendig, die eine Verbindung zum Fußgelenk schafft und die Funktion des Fußgelenkes ersetzt.

In den letzten Jahren hat sich die Versorgung mit sogenannten Linern durchgesetzt, einem eng anliegenden Strumpf aus Silikon, der über den Unterschenkelstumpf gezogen wird. Aufgrund der schnellen Handhabung, des sicheren Haltes und der geringen Belastung des Stumpfes haben sich insbesondere Vakuum-Liner etablieren können  – also Liner, die beim Anziehen der Prothese durch Unterdruck eine sichere Verbindung zwischen dem Prothesenschaft und dem Beinstumpf herstellen. Sie verhindern die Rückbildung der Oberschenkelmuskulatur. Liner haften so stark auf dem Stumpf, dass sie sich nur auf- und abrollen lassen, ein einfaches Herunterziehen ist nicht möglich. Insofern kein Vakuumsystem vorhanden ist, ist am unteren Ende des Liners ein kleiner Metallstift angebracht, der für eine sichere Verbindung im Prothesenschaft arretiert wird.

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Knieexartikulation

EineRHEO-KNEE-3Rheo Knee 3 – Produkt Informationen Prothesenversorgung nach einer Amputation des Kniegelenkes, einer Knieexartikulation, stellt eine besondere Herausforderung dar. Ein Kniegelenk ist ein hochkomplexer Bewegungsapparat mit einer Vielzahl von Funktionen. Mittels modernster Technik in künstlichen Kniegelenken gelingt es inzwischen, diese Funktionen weitgehend zu ersetzen und dem Träger wieder ein nahezu physiologisches Gangbild zu ermöglichen.

Bei Knieexartikulationen wird häufig auf eine Versorgung mit Vakuum-Linern zurückgegriffen. Anders als bei einer Unterschenkelamputation ist nach einer Knieexartikulation der Stumpf sehr belastbar. Das erhöht das Sicherheitsempfinden beim Tragen der Prothese.

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Oberschenkel

 

Die Herausforderung, die optimale prothetische Versorgung nach einer Oberschenkelamputation zu finden, ist groß. Je nach Höhe der Amputation unterscheiden sich die körperlichen Voraussetzungen des Prothesenträgers bezüglich der Belastbarkeit des verbliebenen Knochenapparates und des Gleichgewichts der Muskulatur. Auch die Haut muss sich an die neue Belastung erst gewöhnen. Das kann Fehlstellungen und Einschränkungen der Gelenkbeweglichkeit zur Folge haben. Um eine Überlastung des Stumpfes zu vermeiden, sorgen Oberschenkelprothesen für eine Lastumverteilung, für den Träger der Prothese zunächst ein ungewohntes Gefühl. Gängige Praxis ist es, die Oberschenkelprothese mit einem Schaftsystem zu versehen, das aus einem flexiblen Innenschaft und einem harten Außenschaft aus Carbon besteht. Auch hier kommt zunehmend die immer fortschrittlicher werdende Liner-Technik zum Einsatz.

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Die Richtige Prothese für Mich

Össur Symbionic leg3 11-05-140744-Edit_72_dpiSymbionic Leg 3 – Produkt Informationen

Das große Angebot an Prothesenpassteilen, Schaftformen und Verarbeitungstechniken ermöglicht heute jedem Amputierten eine optimale und individuell zugeschnittene Versorgung. Modernste Technik sorgt dafür, dass amputierte Menschen kaum noch Einschränkungen haben müssen. Die Auswahl der richtigen Prothese hängt grundsätzlich vom persönlichen Profil des Anwenders ab, denn jeder Mensch empfindet anders. Bei der Auswahl des passenden Prothesensystems hilft die Zuordnung zu festgelegten Mobilitätsgraden. Hierbei spielen körperliche Konstitution des Amputierten, Alter, Amputationshöhe, Freizeitverhalten, Lebensumfeld, etc. eine Rolle.

Profilerhebungsbögen, die der Amputierte vor der Prothesenversorgung ausfüllt, helfen bei der Bestimmung dieses Mobilitätsgrades und ermöglichen, das Profil des Anwenders so genau wie möglich zu erfassen. Neben Fragen zum allgemeinen Zustand, werden auch Fragen zur Krankengeschichte, Umfeld und den Erwartungen des Patienten gestellt

Mobilitätsgrade

Es wird in vier  Mobilitätsgrade unterteilt, die den Orthopädietechniker bei der Auswahl des richtigen,  passenden Prothesensystems unterstützen. In der Regel können Sie die Passteile bei Ihrem Orthopädietechniker Probe tragen.

Mobilitatsgrad 1: Innenbereichsgeher

Dem amputierten Patienten ist es unter Verwendung einer Prothese möglich, ebene Gehstrecken mit einer stark eingeschränkten Gehdauer zu bewältigen.

Mobilitatsgrad 2: Eingeschränkter Außenbereichsgeher

Dem amputierten Patienten ist es unter Verwendung einer Prothese möglich, begrenzte Gehstrecken bei geringer Gehgeschwindigkeit zu bewältigen. Dabei ist der Amputierte in der Lage, niedrige Umwelthindernisse wie Bordsteine, Stufen und unebene Böden zu überwinden.

Mobilitatsgrad 3: Uneingeschrankter Außenbereichsgeher

Dem amputierten Patienten ist es unter Verwendung einer Prothese möglich, sich ohne Einschränkung auf freiem Gelände zu bewegen. Mittlere bis hohe, teilweise auch variierende Gehgeschwindigkeiten können gewählt werden, um dabei die meisten Umwelthindernisse zu bewältigen. Der Amputierte ist im Stande therapeutischen, beruflichen und freizeitlichen Aktivitäten nachzugehen, ohne die Prothese überdurchschnittlicher mechanischer Belastung auszusetzen.

Mobilitätsgrad 4: Außenbereichsgeher mit besonders hohen Anforderungen

Dem amputierten Patienten ist es unter Verwendung seiner Prothese möglich, sich uneingeschränkt zu bewegen. Besondere Belastungen bei sportlicher Aktivität können uneingeschränkt bewältigt werden.