Vor der Amputation

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Vor der Amputation

Die Amputation eines Körperteils ist ein großer und belastender Eingriff ins Leben – aber nicht das Ende. Mit einer bestmöglichen Vorbereitung, einem kompetenten Behandlungsteam und nicht zuletzt mit der Unterstützung Ihrer Familie und Freunde werden Sie es schaffen, schon bald wieder mitten im Leben zu stehen.
Im Folgenden finden Sie die wichtigsten Informationen, die Ihnen dabei helfen, sich mit der neuen und fordernden Lebenssituation zurechtzufinden und sich eine Orientierung zu verschaffen.

Was bedeutet Amputation?

Medizinisch betrachtet bedeutet eine Amputation die chirurgische Abtrennung eine Körperteils. Da der Verlust eines Körperteils jedoch immer mit einem „Verlust eines Teils seiner Selbst“ einhergeht, ziehen die weitreichenden körperlichen Veränderungen meist auch seelische Belastungen nach sich. Die medizinische Notwendigkeit einer Amputation liegt vor, wenn Körperteile zu schwer verletzt und erkrankt sind, sodass eine Erhaltung oder Wiederherstellung der Funktionen nicht möglich sind. Auch wenn die Gefahr des Übergriffs einer Erkrankung auf andere Körperregionen besteht, muss das betroffene Körperglied amputiert werden.

Amputationsursachen

Arterien im Längssschnitt Der häufigste Grund für eine Amputation sind arterielle Verschlusskrankheiten wie Arterienverkalkungen, die oft als Folge einer schweren Diabetes, bei Menschen mit erhöhten Blutfettwerten oder bei starken Rauchern auftreten. Hierbei ist die Durchblutung der Extremitäten gravierend gestört, was zu einer Unterversorgung der Gliedmaßen mit Sauerstoff führt. Die Entstehung und den Ablauf arterieller Verschlusskrankheiten veranschaulicht die nebenstehende Grafik. Weitere Ursachen sind Infektionen, Traumata (Unfälle) oder Tumorerkrankungen. Mit nur 20 Prozent haben diese jedoche eine verhältnismäßig kleinen Anteil an der Diagnose Amputation.

Amputationsarten

Je nach Höhe der durchgeführten Amputation am Bein spricht man von verschiedenen Amputationsarten: der Unterschenkelamputation, der sogenannten Knieexartikulation, bei der auch das Kniegelenk beziehungsweise ein Teil hiervon abgetrennt wird, und der Oberschenkelamputation (siehe Grafik unten). Durch intensive Vorgespräche und Voruntersuchungen wird ergründet, welche Amputationshöhe medizinisch notwendig ist und Ihrem persönlichen Profil am ehesten entspricht. Je nach Amputationshöhe können das eigene Sicherheitsempfinden, das Mobilitäts- und das Prothesenspektrum stark variieren. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt und auch von Ihrem Orthopädietechniker bereits im Vorfeld ausführlich informieren und beraten!

Unter der folgenden Verlinkung finden Sie ausführlichere Informationen über mögliche prothetische Versorgungen.
Meine Prothesenversorgung

Unterschenkel-amputation
Unterschenkelamputation

Knieexartikulation
Knieexartikulation

Oberschenkelamputation
Oberschenkelamputation

Hüftexartikulation
Hüftexartikulation

Ihre Behandlung

Die notwendige Vor- und Nachbehandlung sowie die Operation  werden in der Regel in entsprechenden Amputations-Fachzentren vollzogen. Das medizinische Fachwissen und die zumeist langjährige Erfahrung der dortigen Mitarbeiter im Umgang mit Menschen, die vor einer Amputation stehen, vermitteln Ihnen Vertrauen und Sicherheit – der beste Grundstein für einen schnellen Weg zurück in den Alltag.  Unter der folgenden Verlinkung finden Sie Spezialisten in Ihrer Nähe.

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Ihr Klinikteam

Das Klinikteam

Eine Amputation hat Auswirkungen auf Ihr gesamtes Leben. Entsprechend sollte Ihr Klinikteam aus Spezialisten verschiedener Disziplinen zusammengesetzt sein. Idealerweise stehen Ihnen neben dem leitenden Arzt entsprechend geschulte Physiotherapeuten, Pflegekräfte, Orthopädietechniker und psychologische Fachkräfte zur Seite. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt ausführlich beraten.

Der Arzt

Vor der Operation führt der Arzt Untersuchungen durch, die Aufschluss über Ihre gesundheitliche Verfassung geben. Dazu gehören beispielsweise Blutbildanalysen oder Herzfunktionstests. Für die Dauer Ihres Aufenthaltes steht Ihnen der Arzt für Gespräche und Fragen zur Verfügung. Er informiert Sie über den Ablauf der Operation und der Vor- und Nachbehandlung. Scheuen Sie sich nicht, bei Bedarf Fragen zu wiederholen und nicht Verstandenes erneut zu erfragen. Jeder hat Verständnis für Ihre Situation.

Pflegekräfte

Die Pflegekräfte sind wichtige Ansprechpartner während Ihres Aufenthaltes. Sie unterstützen Sie und stehen Ihnen ebenfalls bei Fragen zur Verfügung.

Physiotherapie

Bereits im Vorfeld der Operation ist eine physiotherapeutische Behandlung essentiell. Gezielte Übungen kräftigen Ihre Muskulatur und bereiten Sie konkret auf Situationen vor, die Sie nach der Amputation zu bewältigen haben.

Orthopädietechniker

Der Orthopädietechniker sollte frühzeitig in den Prozess einbezogen werden. Gemeinsam mit Ihnen, Ihren Ärzten und Physiotherapeuten wird besprochen, welche Prothesen Ihren Bedürfnissen entsprechen und medizinisch sinnvoll sind.

Hilfe suchen, Hilfe finden!

Eine Amputation ist nicht nur eine körperliche, sondern vor allem auch eine seelische Belastung. Der Austausch mit professionell ausgebildeten Psychologen und mit anderen Betroffenen hilft Ihnen, besser mit der Situation zurechtzukommen.

Seien Sie mutig und fragen Sie nach Hilfe! Sie werden sie bekommen.

Unter der folgenden Verlinkung finden Sie Selbsthilfegruppen in Ihrer Nähe.SELBSTHILFEGRUPPEN FINDEN !

Psychologische Betreuung

Bereits im Krankenhaus wird Ihnen eine psychologische Betreuung angeboten. In diesen Gesprächen werden Ängste gemindert oder ausgeräumt und Fragen beantwortet. Das hilft Ihnen, sich selbst und auch Ihre Angehörigen zu entlasten.

Austausch mit anderen Amputierten

Foren und Selbsthilfegruppen für amputierte Menschen sind eine nicht zu unterschätzende Unterstützung auf dem Weg zurück in den Alltag. Menschen, die das gleiche Schicksal teilen und Ähnliches durchlebt haben, wissen wovon sie sprechen und helfen Ihnen gerne weiter.SELBSTHILFEGRUPPEN FINDEN !